Freitag, 26. November 2010

Happy Turkey Day

Tag Leute, ich berichte einmal wieder live aus dem schönen Brookline im US-Bundesstaat Massachusetts. Gestern war ja, wie ihr vielleicht wisst Erntedankfest, oder wie die Amerikaner sagen: Thanksgiving. Und ich muss schon sagen, es fühlt sich schon etwas komisch an als gemäßigter Mitteleuropäer. Ich meine, die innere Uhr sagt einem, wenn Weihnachten und Ostern und der Namenstag des Haustieres vor der Türe stehen, aber ein solch wichtiger Tag - zumindest in der amerikanischen Gesellschaft - bringt die best-geölte innere Uhr durcheinander. Lange Rede und eigentlich wenig Sinn, gestern war also Truthahntag und ich versuche einmal meinen gestrigen Tag paroli laufen zu lassen. Ich war eingeladen bei einer befreundeten Familie, die ich im Sommer einmal auf einer der Hafeninseln von Boston kennengelernt hatte. Ich habe die Leute zwei, drei mal gesehen und schon wurde ich zum zweit wichtigsten Fest des Jahres eingeladen. Das ist Amerika - oder mein unwiderstehlicher Charme, sucht es euch aus. Es gab natürlich Truthahn und typischerweise viel mehr essen, als eine Gruppe, wie wir sie gestern waren, jemals essen könnte. Oft wird dann der Truthahn in den Tagen und Wochen nach Thanksgiving als Sandwich gegessen. In einer von mir durchgeführten und hoffentlich repräsentativen Umfrage gehört weiterhin dazu, Football zu schauen, viel Alkohol zu trinken und vor der Glotze einzuschlafen. Ich nehme an, das ist etwa genau so, wie sich das vor fast 400 Jahren mit den Pilgervätern und den Indianern abgespielt haben muss. Wobei ich kürzlich gelernt habe, dass die damals Ente gegessen haben und nicht Truthahn. Trotz Frotzelei möchte ich ausdrücken, dass es mir sehr gut gefallen hat und dass ich mich gefreut habe bei Brian und seiner Familie zu feiern. Heute war dann der Black Friday. Das ist eine Tradition, die mir noch nicht geläufig war. Und zwar ist der Tag nach Thanksgiving immer ein Tag, an dem es teils extreme Angebote bei vielen Läden gibt. Damit man das auch ausnutzen kann, machen die Läden um vier Uhr morgens auf. That's right. Ihr habt richtig gelesen. So, jetzt ist meine Pizza gekommen und ich muss mich dieser Aufgabe stellen. Schönen Abend

Sonntag, 14. November 2010

Heimaturlaub

Sehr geehrte liebe Freundinnen und Freunde der spätsonntäglichen Internetlektüre, das Warten ist vorbei. Nach drei Wochen Müßiggang muss ich mich jetzt einmal wieder aus dieser Lethargie heraus und den Blog aufschlagen und weiterschreiben. Wie ja viele von euch wissen, war ich sozusagen auf Heimaturlaub. Meine Mutter hatte in einem sehr schönen Fest ihren sechzigsten Geburtstag gefeiert. Nun muss ich nicht mehr so tun, als ob sie 49 wäre, denn sie sieht noch genau so gut aus. Naja genug geschleimt. Nun zu den Fakten.

Am 27. Oktober bin ich von Boston über Zürich nach Stoccarda geflogen. Wir kamen am frühen Morgen aus Boston in Zürich an und im Landeanflug konnte man die Schönheit der Schweizer Berge erahnen.
Zürichsee
Bodensee
Der unbemannte Airport Express, der einen von Terminal zu Terminal bringt, spielt typische schweizerische Geräusche wie Alphörner, Jodler und Tiergeräusche. Das schöne Wetter hielt an und beim Weiterflug nach Stuttgart hatte ich einen fantastischen Blick auf Zürichsee, Bodensee und schwäbische Alb.

Erst einmal zuhause angekommen und natürlich nachdem ich meine Freundin und meine Familie begrüßt hatte, habe ich begonnen auszuprobieren, wie viele Brezeln man in 12 Tagen essen kann. Das schwäbische Essen ist schon eine Pracht, muss ich euch sagen. Wenn hier auch Leser sind, die es noch nicht südlich des Weißwurstäquators geschafft haben, dann muss ich denen dringend empfehlen in unser schönes Schwabenländle zu kommen. Wie schon gesagt war die Feier sehr schön und reichlich, zumindest dreifach, mit kleinen Performances der vielen Mitglieder des Reimold-Clans gespickt. Am 8. November hieß es dann schon wieder, auf Wiedersehen zu sagen. Und ich muss sagen, so es auch ist zu reisen, es tut doch immer ein wenig weh, die Heimat zu verlassen.
Die Reise nach Boston war nicht ganz so erfreulich wie die Reise nach Stuttgart, denn ein Triebwerksschaden auf dem International Spätzles Airport in Echterdingen bewirkte eine kleine Verzögerung von sechs Stunden. Ich bin tatsächlich zu erst einmal zwei geschlagene Stunden in dem Flieger (Canadair Regional Jet) gesessen und keinen Meter geflogen. Schließlich bin ich wieder über Zürich statt über Frankfurt nach Boston geflogen und schon nach 18 Stunden war ich da. Mittlerweile habe ich schon beinahe eine Woche gearbeitet. Und ob ihr es glaubt oder nicht, es war eine sehr anstrengende Woche. Besonders positiv haben der Jetlag und die Influenzaimpfung am Dienstag dazu auch nicht beigetragen.