Hi, dieses Mal möchte ich euch von unserem Trip in den Süden berichten. Vor knapp zwei Wochen sind Carla und ich nach New Orleans geflogen. Da unser Flugzeug Verspätung hatte, mussten wir die Nacht in Houston, Texas verbringen, wo Carla zum Glück eine Freundin hatte, bei der wir unterkommen konnten. Als wir aus dem Flughafen traten gegen Mitternacht deutete sich schon an, was mich in den kommenden Tage erwarten würde - Hitze und Schwüle. In Texas ist alles größer, sagt man. Ich habe zwar nicht viel von dem Staat gesehen, aber ich kann das leicht glauben. Im Landeanflug auf Houston sind wir ungelogen 10 Minuten über die Stadt geflogen und ich meine jezze nicht zig Warteschleifen sondern einfach geradeaus über unzählige Häuser. Früh am nächsten Tag, nach etwa viereinhalb Stunden Schlaf, ging es dann mit dem Flugzeug weiter nach Osten nach New Orleans, wo uns Carlas Mutter vom Flughafen abholte.


Das war am Samstag und wir verbrachten den Tag vornehmlich damit, die lokalen Spezialitäten zu genießen. Es fing an mit Beignets, die sind am ehesten mit Fasnachtsküchlein zu vergleichen und endete mit dem wahrscheinlich grössten Sandwich, dass ich je gegessen habe. Am Abend waren wir dann noch ein wenig feiern im French Quarter. Dort ist vor allem die Bourbon Street mehr berüchtigt als berühmt. Architektonisch ist das französiche Viertel echt toll mit den vielen Balkonen, die damals natürlich dazu dienten, die gottsallmächtige Hitze auszuhalten. Heute hat jedes Haus eine Klimaanlage - zumindest jedes, in dem ich war. Am Sonntag haben wir uns einer Stadtführung angeschlossen, die vom National Park Service von einer Rangerin durchgeführt wurde. Das war echt sehr interessant, dabei ging es vor allem um die Geschichte - von der Kolonialherrschaft der Franzosen und später Spanier und später dem Anschluss an die USA durch den "Louisiana Purchase" während Thomas Jefferson Präsident war.

Natürlich durfte ein Besuch am Ol' Man River, dem Mississippi, nicht fehlen. Dort war die Tour zu Ende. Ich hatte mich erinnert, dass ein James Bond Film, nämlich "Live and let die" unter anderem im Französischen Viertel gedreht wurde. Das ist die Szene mit der Dixieland Beerdigung.
Leider konnte mir keiner sagen, wo das genau gedreht wurde. Später am Nachmittag haben wir uns dann nach einer etwa 45-minütigen Autofahrt Richtung Westen, auf eine Swamp Tour begeben.


Da habe ich gelernt, dass ein Swamp eine überfluteter Wald ist. Und was lebt im Swamp? Natürlich Alligatoren und davon gab es eine Menge zu sehen. Über knapp zwei Stunden wurden wir mit unserem Boot durch den Wald gefahren. Als ein Gewitter über uns hinweg zog, suchten wir Schutz in einer schwimmenden Garage. Der Bootsführer fragte alle, woher sie denn kämen und als ich an der Reihe war, erzählte er mir, er hätte eine Weile in Oberndorf am Neckar gelebt. Das mit den Alligatoren war schon sehr beeindruckend. Wie ihr sicher wisst, sind die ganz anders als Krokodile. Laut unserem Guide gibt's Krokodile in den USA nur in Florida während Alligatoren weiter verbreitet sind.



Am Abend ging's weiter Richtung Westen quer durch Mississippi und Alabama bis zum westlichsten Zipfel von Florida. In der Nähe von Pensacola hatten Carlas Eltern eine Ferienwohnung gemietet. Dort gibt's zwar keine Krokodile, aber Haie werden schon ab und zu einmal gesichtet. Wir sahen jeden Morgen Delfine vorbei schwimmen. Die Luft war sehr heiß und schwül und das Wasser bot mit etwa 28° C keine besondere Abkühlung. Nach drei Tagen am Meer ging es zurück nach New Orleans und schließlich nach Boston.