Vor fast vier Wochen kamen wir aus dem Urlaub in Deutschland wieder zurück und seitdem habe ich jeden Tag kurze Hosen getragen. Es ist richtig Sommer hier, jeden Tag gibt es mindestens 25° C und wenn die Sonne draußen ist, sind 30° C die Regel. Da es durchaus auch schwül ist, ist es oft anstrengend, besonders nachts, wenn man versucht zu schlafen. Die papierdünnen Wände lassen die Wärme einfach so durch und zum Glück haben wir eine kleine Klimaanlage im Fenster im Schlafzimmer, so dass wir ein wenig schlafen können. Es klappt nicht so, wie es mir mein Vater beigebracht hat - morgens durchlüften, Fenster zu und schattieren, und abends ist es schön kühl. Ich möchte aber nicht den Eindruck erwecken, dass ich etwas gegen Sommer habe, ganz im Gegenteil, wir genießen es hier. Die Pflanzen auf unserem Balkon mögen es auch. Unsere (gesähten!!!) Tomaten haben in den letzten drei Wochen ihre Größe verdoppelt und die größeren sind schon über einen Meter groß.

Ich habe hier zwei Bilder vom 17. Juni und von heute, da sieht man den Unterschied deutlich. Toll ist auch, dass viele von diesen Pflanzen schon kleine Tomaten tragen und die anderen haben viele Blüten. Die Backup-Tomaten, die wir im April kauften (für den Fall, dass die gesähten nichts werden) tragen fleißig Früchte - die eine Pflanze hat über 50 Cocktailtomaten - und wir haben heute unsere zweite Tomate geerntet.
Allein unsere Balkonpflanzen, also die Blumen in den Blumenkästen, leiden und dass vor allem an dem dämlichen Einhörnchen, der praktisch täglich die Kästen umgräbt. Diese Woche hat er es sogar gewagt in dem Balkonkasten mit dem Basilikum und Oregano zu buddeln und hat dabei eine Oreganopflanze zerstört und den größeren Basilikum geköpft. Ich muss schon sagen, ich find die Dinger ja schon goldig, aber momentan frage ich mich eher, woher ich günstig ein Luftgewehr bekomme. Der Typ ist echt dreist, letzte Woche lief er über die Straße mit einem ganzen Chocolate Chip Cookie im Mund. Wer weiß woher er den geklaut hat. Als Zwischenlösung habe ich einen kleinen Käfig aus Drahtgitter gebaut zum Schutz der Pflanzen, bis diese sich selbst schützen können. Ansonsten haben wir ja das Meer praktisch vor der Haustüre und wir versuchen davon so oft wie möglich Gebrauch zu machen. Das Wasser hier ist natürlich sehr kalt, da der Golfstrom viel weiter südlich den Atlantik überquert, aber wenn es richtig heiß ist, ist das die perfekte Abkühlung. Hier seht ihr ein paar Strand-Impressionen.






So, in einer Weile gehen wir an einen kleinen See, genannt Jamaica Pond. Dieser liegt etwa 500 Meter entfernt, man kann dort Boote mieten und auch angeln vom Boot aus. Ich habe mir vor einer Woche einen Angelschein für den Staat Massachusetts gekauft. Dieser ist eine Jahreskarte, kostet 27 Dollar und erlaubt einem das ganze Jahr im ganzen Staat in allen öffentlichen Gewässern zu angeln. Letzten Sonntag haben wir es versucht und drei kleine Sonnenbarsche gefangen. Diese waren allerdings nur handtellergroß und ich hoffe, dass ich eine von den Forellen fangen kann, die die Stadt Boston in diesen See setzt. Im Mai habe die fast 1000 Forellen und sogar ein Dutzend Lachse dorthin eingesetzt. Petri Heil!
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