Freitag, 22. Juli 2011

Eurotrip

Wow, vier Wochen soll das schon her sein, dass ich das letzte Mal etwas geschrieben habe? Muss wohl so sein. Man, die Zeit ist wieder einmal schnell vergangen. Das liegt wohl auch daran, dass ich so viel unternommen habe. Schließlich war ich in der Zwischenzeit zuhause bei Oma, den Eltern, der Schwester plus eineinhalb, Tante, Onkel, Freunde, Hund und Katze. Aber von vorne, dass alle mitkommen. Am 30. Juni sind wir, dass sind ich und meine Freundin Carla, nach Deutschland geflogen. Sie kam über Amsterdam nach Stuttgart, ich über Londinium. Die Zwischen der Ankunft unserer Flugzeuge lagen gerade einmal 30 Minuten. Da deutete sich schon einmal das Glück an, dass wir in den nächsten Tagen haben werden sollten. 

Was macht man, wenn man wieder aus den USA kommt und die ganze Nacht nicht schlafen konnte, da die Sitze im Flugzeug nicht gerade auf Ergonomie, sondern eher auf Ökonomie ausgerichtet sind? Nööööt! Falsch, schlafen klingt zwar gut, aber am besten versucht man sich wach zu halten, um am besten nur so kurz wie möglich in den Genuss den Jetlags zu kommen. Und was macht man mit jemandem, der noch nie im Herzen des Spätzlesparadies war? Bing! Richtig, man geht auf den Fernsehturm, schließlich können wir ja mit Stolz sagen, dass wir den ersten auf der Welt haben, naja, den ersten auf diese Art gebauten Fernsehturm. Das Wetter machte auch mit und wir hatten einen tollen Ausblick und konnten sogar die Burg Hohenzollern sehen und die liegt immerhin 50 km entfernt. Am Tag darauf ging's dann in die Stadt, Mercedes-Benz Museum von außen und Porschemuseum von innen und ein bisschen bummeln in der Innenstadt mit meinen Kollegen Andi und Manu von der Uni. Am Abend gab es dann im Calwer-Eck-Bräu ein Medley der schwäbischen Cuisine mit Maultaschen, Sauerkraut, Zwiebelrostbraten, Läääääberkäääääs, Kässpätzle und einer groben undefinierbaren Wurst, die man wohl mit Meerrettich isst. Ich bin für Namensvorschläge gerne offen. Offenbar hat das Carla nicht abschrecken können, es schien ihr sogar zu schmecken. Worum au net?! 
Am Tag darauf haben die Burg Lichtenstein besucht, um dem Ziel "Ein Schloss pro Tag" näher zu kommen. Ist doch schön bei uns, oder? Nachdem wir Anton und Maren am nächsten Tag vom Flughafen abgeholt hatten, feierten wir einen kleinen "baby shower" für das ungeborene Kind. Das ist eine amerikanische Tradition, bei der dem werdenden Elternpaar Sachen für das Kind geschenkt werden. Wir hatten extra neutrale Sachen gekauft, denn wir wussten noch nicht, was es wird. Nun weiß ich, dass ich.....ha, jetzt hättet ihr mich fast gehabt, aber das zu verraten, ist wirklich die Aufgabe meine Schwester. Am Nachmittag, gestärkt durch Mutters beste Maultaschen, begann dann unser kleiner Mitteleuropatrip. 

Zunächst fuhren wir nach Salzburg, das ging echt gut und das Wetter war auch gut. Dort verbrachten wir die Nacht in einem kleinen Hotel und am nächsten Tag schauten wir uns die Stadt an, die echt beeindruckend ist. Neben der offensichtlichen Abundanz an Sehenswürdig-keiten, schauten wir uns die Stadt auch unter einem cineastischen Hintergrund an, denn dort wurde der Film "Sound of Music" gedreht, den hier in den USA jedes Kind kennt oder zumindest jedes Mädel. Bei uns ist die Geschichte "Die Trapp-Familie" bekannt. In dieser Geschichte weigert sich Kapitaen von Trapp Teil des Naziregimes zu werden und am Ende flieht die ganze Familie ueber die Alpen in die Schweiz. Die Geschichte wurde im Vergleich zum deutschen Original wohl etwas weniger duester dargestellt und als Musical verfilmt. Ein wichtiger Teil der Geschichte ist auch die Gewissensentscheidung der Hauptprotagonistin, Maria, eine Novizin, die sich in Kapitaen von Trapp verliebt und sich fuer Familie statt einem Leben im Kloster entscheidet.








Am Abend ging's dann wieder zurück nach Westen, genauer gesagt nach München, wo wir die Nacht bei Franzi und Georg verbringen durften. Danke noch einmal auf diesem Wege. Den Abend verbrachten traditionell im Biergarten mit einer Mass Bier, Brezeln und Obadza. Ich weiss nicht, ob die Preise traditionell auch so hoch sind...die Saupreisen, die....Das einzige, das fehlte war die Volksmusik, oder "humpa music", wie die Amerikaner sagen. Mir hat es nicht besonders gefehlt. 

Am naechsten Morgen schauten wir uns dann Marienplatz, Frauenkirche und viele viele andere Dinge an. Wir konnten die Fahrräder von Franzi und Georg benutzen und ich muss sagen, dass München eine super Stadt ist, um Fahrrad zu fahren. Wieder hatten wir viel Glück mit dem Wetter, es war beinahe zu warm, um Fahrrad zu fahren. Wir waren zufaellig an dem Tag in Muenchen, an dem die Entscheidung ueber die Vergabe der Olympischen Winterspiele 2018 veroeffentlich wurde. 

Die Entscheidung wurde am Marienplatz live uebertragen und die Muenchner haben sich nicht lumpen lassen und eine riesen Partie gefeiert. Leider wurden dann die Spiele nach Pyeongchang vergeben oder vielleicht auch zum Glueck, so haben das zumindest ein paar Locals kommentiert. Pflichtbewusst, sind wir natuerlich auch zum Hofbraeuhaus gegangen und ich muss sagen, eigentlich ich das ja eine ganze coole Kneipe. Vor der Tuere stand eine Frau im Drindl, die einem 2 Oere fuer ein Foto mit ihr abknoepfen wollte. 
Weiter ging's zum Englischen Garten. Habt ihr gewusst, dass man in Muenchen Wellenreiten gehen kann? Wer das noch nicht gesehen hat, sollte sich das einmal anschauen. Da sind echte Cracks am Start. Gesurft wird Tag und Nacht. Am Abend davor waren wir auch kurz vorbeigelaufen und die Surfer hatten batteriebetriebene Strahler mitgebracht, um etwas sehen zum koennen. Der kleine Nebenfarm der Isar heisst Eisbach und hat diesen Namem wohl auch zurecht. Wobei es so heiss war, dass eine Abkuehlung sicher gut tut.

Am Abend fuhren wir weiter Richtung Süden, über Garmisch nach Österreich und über Reutte wieder nach Deutschland ins Allgäu. Ein Traum sage ich euch. Übernachtet haben wir in einem kleinen Hotel in Schwangau. Dabei ist echt interessant, dass die meistens Hotels dort einen "Wellness"-Bereich haben. 
Am nächsten Tag, ihr könnt es euch schon denken, besuchten wir Hohenschwangau und Neuschwanstein auf den Spuren des durchgeknallten König Ludwig II. von Bayern. Man kann viel sagen, aber das ist doch schon imposant. Für das alpine Gschmäckle ging's dann durch die Pöllatschlucht talwärts, die Marienbrücke im Rücken. Schee! Später, nach einer Brotzeit am Forggensee, fuhren wir dann weiter gen Westen Richtung schwäbisches Meer. 
Auf dem Weg nach Konstanz haben wir es geschafft durch vier Länder zu fahren (D, A, FL und CH), wobei der Umweg über Liechtenstein geplant war. Am Abend fanden wir in Michels Wohnung ein Bett. Auch hier ein ganz dickes Dankeschön. Am darauffolgenden Tag schauten wir uns noch Konstanz an und Michel zeigte uns die 1100 Jahre St. Georgs-Kirche auf Reichenau. Nach einem Besuch auf der Blumeninsel Mainau und über Birnau fuhren wir dann nach Stuttgart zurück. Das war eine echt tolle kleine Reise und zur Belohnung gab es am Tag darauf dann Paella mit der ganzen großen Familie und Weingläsern, die an Füllhörner erinnerten. Leider ging dann schon bald unser kleines süddeutsches Abenteuer zu Ende.