Donnerstag, 27. Januar 2011

Winter in New England..

Mir ist gerade beim Lesen meines Blogs aufgefallen, dass sich die letzten vier Posts um das Winterwetter drehen. Zweimal habe ich in der Ueberschrift meine Schuhe erwaehnt - und das obwohl ich kein Geld von der Firma Timberland bekomme. Dabei muss man einfach sagen, dass das Wetter hier zurzeit das bestimmende Thema in den Medien ist. Wie berichtet, wird natuerlich das Ganze etwas aufgebauscht und Schneefall heisst dann Blizzard oder snow storm. Heute Nacht hat es wieder einen Fuss Neuschnee gegeben und es war laut ABC News der sechste Schneesturm in diesem Monat. Wenn man sich die Zahlen anschaut, dann ist das schon beeindruckend. Normal werden in Boston, das ja durchaus Winter kennt, 42 Inches, also knapp 107 cm, Schnee pro Saison gemessen. Heute ist die vorlaeufige entgueltige Hochrechung seit Winteranfang bei 62 Inches, also kanpp 157 cm, und wir haben erst Ende Jaenner. Nach dem Rekordsommer mit dem global waermsten Jahr seit Beginn der Temperaturaufzeichnung, scheine ich auch hier Zeuge eines Rekordwinters zu werden. Ich habe gerade versucht vergleichbare Werte fuer Stuttgart zu finden. Das gestaltet sich aber als sehr kompliziert. Wenn jemand verlaessliche Daten hat, dann her damit.

Montag, 24. Januar 2011

Brrrrr....

Als ich hier ankam im warmen Sommer, haben alle gesagt, ich solle auf den Winter warten, dann würde ich nicht mehr so über das Wetter jubeln. Dabei haben die wohl vergessen, wie hart wir Mitteleuropäer so sind *hüstel*. Es ist halt Winter, habe ich mir gedacht, mit drinnen warm und draußen kalt und wenn's gut läuft draußen auch weiß. Aber der Winter hier ist schon ein wenig härter und vor allem etwas beständiger, was sich er damit zu tun hat, das wir im Schwabenland im idealen Einflussgebiet zwischen Azorenhoch und Islandtief wohnen. Das wechselt das Wetter schon. Ich weiß nicht, ob das die Erklärung ist. Mehr Schnee gibt's hier auf jeden Fall, der Charles, das ist der Fluss, der durch Boston führt, ist zugefroren und heute ist es echt kalt geworden. Mein digitales Thermometer (BlackBerry) zeigt mir eine Außentemperatur von -19° C mit einer gefühlten Temperatur von -33° C an. Das kann doch nicht sein, oder doch? Moment, ich fühle einmal........Au ja, es ist arschkalt. Ich glaube, da muss ich heute einmal die Friesen zu hause lassen und mir eine Mütze aufziehen. So long und immer warm anziehen.

Mittwoch, 19. Januar 2011

Danke, lieber Gott, für meine Timberlands.

Ein Sprichwort sagt, dass man in Neuengland an einem Tag alle vier Jahreszeiten erleben kann. So extrem war es gestern nicht. Aber immerhin hat es am Morgen bei etwa minus drei Grad Celsius so heftig geschneit, dass mein Bus eine Stunde zu spät kam. Gegen Mittag war dann der Gefrierpunkt nach oben durchbrochen und gegen sechs Uhr abends regnete es in Strömen bei etwa vier Grad Paracelsus - herrlich sage ich euch. Da schmilzt natürlich der Schnai und es bilden sich herrliche Puddles, also Pfützen, die locker knöcheltief sind. Wenn man also nicht gerade auf dem Eis ausrutscht, dann bekommt man nasse Füße, wenn man mit seinen Adiletten oder sicher jeden beliebigen Halbschuhen in so eine Pfütze tritt. Erschwerend kommt hinzu, dass diese Pfützen meist mit einer dünnen Schicht Schneematsch bedeckt sind und man sie erkennt, wenn es zu spät ist. Zum Glück hatte ich mir vor zwei Jahren diese Boots gekauft und habe keine nassen Füße bekommen. Wenn man sich sonst  in der modischen Landschaft der Winterschuhe umschaut, sieht man besonders bei Frauen oft Erstaunliches: Gummistiefel. Das schützt natürlich auch vor nassen Füßen.

Donnerstag, 13. Januar 2011

Thank God for Timberlands.

That's right. Es war zwar eine etwas teure Investition vor etwa zwei Jahren, aber das war es echt wert. Diese Schuhe sind echt super, sehen noch fast aus neu und man bekommt nie kalte und nasse Füße. Dieser Sturm hatte es echt in sich. Bis zu zwei Fuß, also etwa 60 cm hat es geschneit und das tägliche Leben in Boston stand zumindest für einen Tag still. Am Flughafen ging natürlich nichts und auch sonst hatte der Gouverneur von Massachusetts den Bürgern dieses Staates empfohlen nicht zur Arbeit zu gehen. Dieser Empfehlung folgten viele Leute und die Stadt war wie ausgestorben. Mein Bus fuhr allerdings planmäßig und ich bin todesmutig ins Labor gegangen, um bis vier Uhr Nachmittag auf meine Kollegen zu warten. Als niemand auftauchte, bin ich nach Hause gegangen. Die Stadt Boston hat ganze Arbeit geleistet und die Schneepflüge waren pausenlos im Einsatz. Neben den Straßen türmen sich bis zu ein Meter hohe Schneehügel auf, die dort hin geschippt bzw. -gepflügt wurden.
Heute war der ganze Spuk dann vorbei und die Welt war wieder normal - naja fast. Ich habe es heute nämlich mit Joggen versucht. Kennt ihr das Gefühl, wenn der Tiger in euch einfach einmal raus muss und nur ein wenig Bewegung zum Erlangen von süßer Ruhe führt. Naja, Bourbon würde wohl auch helfen, aber das ist ungesund - zumindest auf die Dauer. Deshalb habe ich meine Schuhe genommen und bin los gelaufen. Es ging eigentlich ganz gut, ich muss hier einmal einem Baum ausweichen und dort einmal auf die Straße gehen, da der Gehweg nicht durchgehend geräumt war, aber sonst war es ok. Doch dann ist es passiert. Vermutlich aufgrund Einsatzes von viel Salz sind Teile des Schnees natürlich geschmolzen und das Wasser sammelt sich typischerweise dort, wo Menschen die Straße queren wollen. Also ich so, voll so in eine Fütze reingetretren  - und zwar bis zum Knöchel. Damit war der Jog beendet und als ich heimkam habe ich meine Zehen nicht mehr gespürt. Joggen geht leider noch nicht mit den Timberlands.

Mittwoch, 12. Januar 2011

Blizzard

Er ist da, der erste Schneesturm des Jahres 2011 hat pünktlich um 1 Uhr heute morgen begonnen. Wie bei uns in Deutschland auch mehr und mehr wird hier natürlich das ganze Geschehen aufgebauscht. Schneefall heißt nicht Schneefall sondern Schneesturm oder Blizzard. Ich habe neulich irgendwo einen kritischen Kommentar gelesen, wo der Autor die Frage stellte, ob wir verweichlicht geworden sind über die Jahrzehnte und ein wenig Schnee das leben in unseren hochentwickelten Ländern zum Erliegen bringt. So weit würde ich nicht gehen, denn es hat vor allem in Deutschland ja auch ordentlich Schnee hingehaut. Hier hört man von Hamsterkäufen. Meine Mitbewohnerin war gestern im Supermarkt und es war die Hölle los - Armageddon beim Aldi. Gestern bekam ich eine Email vom Krankenhaus zu dem mein Labor gehört und es wurde angekündigt, dass Betten und Decken zur Verfügung stehen, falls Mitarbeiter nicht mehr nach Hause kommen können. Aber dieser Sturm scheint es tatsächlich in sich zu haben. Einen Namen habe ich nicht gefunden. Er wird nur, wie andere auch, als Nor'easter bezeichnet, was wohl auf die Region hinweist. Ansonsten wird eine "Classic Bomb" erwartet, das bedeutet wohl eine drastische, gar explosive und natürliche rasch Wetterverschlechterung. Ausgelöst wird das ganze durch die Kollision von zwei Wettersystemen aus dem Südosten und dem Nordwesten und dem Druckunterschied der beiden. Bis zu 40 cm werden erwartet. Naja ich muss mal los - Milch kaufen und natürlich Batterien. Ich erzähl dann, wie es ausgegangen ist.

Montag, 10. Januar 2011

New Year's Resolution

Hi Leute, nach einem wieder ausgezeichneten Mahl von unserer Landlady Anne mit Chicken, Swiss Chard, das, wie ich gerade herausgefunden habe, bei uns gemeinhin als Mangold bezeichnet wird und Salat, sitze ich gerade vor dem Fernseher und schaue mir das Endspiel um die nationale Meisterschaft im College Football an. Nach einem etwas merkwürdigen Verfahren werden über die kurze Saison von September bis Dezember mittels Umfragen von Trainern und Computerberechnungen zwei Mannschaften herausgesucht, die um den nationalen Titel spielen. Dieses Mal haben es aber tatsächlich die zwei besten Mannschaften ins Finale geschafft mit der Universität von Oregon und der Universität von Auburn im Staat Alabama. Natürlich ist das ein riesen Ding hier und ich finde es echt schade, dass wir nicht so ein System von Universitätssport haben. Und es wird in 3D ausgestrahlt - das ist natürlich nur für die Leute interessant, die einen 3D Fernseher haben :-). Ansonsten habe ich mich bereits wieder gut eingelebt, obwohl es mir so vorkommt, dass ich etwas mehr am Jetlag zu knabbern habe als angenommen. Im Labor ist auch wieder Normalgeschwindigkeit angesagt. Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich mich so müde fühle, denn heute war wieder ein sehr anstrengender Tag und wenn man zweieinhalb Wochen gar nichts gemacht hat, dann muss man sich erst einmal wieder an das Arbeiten gewöhnen. 
Mein Mitbewohner Aaron will an einem Halbmarathon in sechs Wochen teilnehmen, deshalb haben wir das Jogging wieder aufgenommen. Das geht ganz gut, denn es gibt zwar etwas Schnee draußen, aber es wird sehr gut gestreut - zumindest in der Stadt. Das ist auch für mich ein guter Vorsatz für das neue Jahr. Genauso möchte ich versuchen, öfter zu schreiben. Wettermäßig ist es zwar kalt wie Hund, aber heute hat die Sonne gescheint. Morgen Nacht jedoch, soll es schneien - angeblich bis zu 40 cm. 

Freitag, 7. Januar 2011

My home is in Kassel...

...naja eher in Stuttgart. Von dort komme ich gerade, nachdem ich die Weihnachts- und Neujahrstage im Kreise der lieben Liebenden verbracht habe. Momentan sitze ich auf Londons Heathrow Airport und warte darauf, dass ich in mein Flugzeug nach Boston steigen kann. Aber zurück nach Stuttgart. Ich muss sagen, es waren ein paar echt schöne Tage. Es hat erst einmal eher schlecht angefangen, denn aufgrund des Schneechaos musste ich ein paar Stunden mehr (12 1/2 statt 6 1/2) im Flugzeug verbringen mit einem über dreistündigen ungeplanten Zwischenstopp in München, bei dem wir nicht das Flugzeug verlassen durften. Ansonsten hat es gleich am Vorweihnachtstag und an Heiligabend noch einmal schön geschneit - circa 30 cm vertikal gemessen. Ich stelle gerade fest, dass die meisten, die diesen Blog lesen vermutlich ebenfalls zur gleichen am gleichen Ort wie ich waren. Naja, auf jeden Fall war's schön. Nun ist das neue Jahr angebrochen und ich muss mich einmal wieder um die Forschung kümmern. Deshalb habe ich mich heute Morgen auf den Weg von Stuttgart nach London gemacht, von wo es in ca. einer Stunde weitergeht - hoffentlich. Frohes neues Jahr.