Donnerstag, 24. März 2011

Danke liebe Familie....

 ....dass ihr mir einen Vertreter geschickt habt. Denn seit 10 Tagen ist der Michel bei mir zu Besuch. Ich weiß, ich habe schon länger nichts mehr geschrieben. Das liegt unter anderem daran, dass wir ständig unterwegs sind, aber das macht auch viel Spaß und wir kommen sehr gut zurecht. Wieso auch nicht? Letze Woche Donnerstag war St. Patrick's Day und da in Boston sehr viele Iren bzw. die Abkömmlinge derer wohnen, ist das eine große Sache für viele Leute. Leider kann man nicht verleugnen, dass es vielen Leuten vor allem um's Trinken geht. Ich war auch etwas enttäuscht, denn es wird von vielen Pubs versucht, dir das Geld aus den Taschen zu ziehen. Michel und ich waren also Donnerstag Abend unterwegs und bei jeder Kneipe wurden mindestens 10 Dollar Eintritt verlangt, sogar wenn die Liveband aus der Dose kam.

Am Sonntag war dann die St. Patrick's Day Parade in South Boston oder Southie, wie es von den vor allem irischen Bewohnern genannt wird. Die haben wir uns bei strahlendem Sonnenschein angeschaut. Es war ganz schön, wenn man auf Paraden steht. Manche Gruppen, wie die Storm Trooper aus Star Wars oder die Ghostbusters waren sehr interessant. Ich weiß nicht so genau, wie das mit dem heiligen Sankt Patrick zusammen passt. Gestern waren wir bei einem NBA Basktballspiel der Boston Celtics, das diese leider gegen die Memphis Grizzlies verloren haben und damit die Führung in der Eastern Conference abgeben mussten. Morgen geht's über das Wochenende nach New York City. Dann zeige ich euch auch ein paar Bilder.



Dienstag, 8. März 2011

Big Apple

Letztes Wochenende war ich also in New York City oder Nei Jorg, wie die Stadt gern liebevoll im schwäbischen Subkontinent genannt wird. A propos liebevoll, New York wird auch gerne als Big Apple bezeichnet. Man muss kein Pommologe sein, umzu erkennen, dass das eine Superstadt ist. Die Stadt, die niemals schläft, wie unter anderem Frank Sinatra sie bezeichnet hat, ist echt beeindruckend. Ich war zum letzten Mal vor fast elf Jahren dort. Damals standen beispielsweise die Twin Towers noch. Ich habe Boston kennen- und lieben gelernt und ich finde, dass das eine Metropole ist. Wenn man aber nach New York kommt, dann muss man sagen, dass Boston ein Dorf ist.
Mit 8,4 Millionen Einwohner ist NYC natürlich auch etwa 16-mal so groß wie Boston. Während bei uns in Boston die Bürgersteige eingeklappt werden und die Straßenlaternen ausgepustet werden, geht's dort einfach weiter. Am Freitag ging es nach dem Arbeiten los. Neben fliegen oder Zug fahren, ist Bus fahren eine oft genutzte Möglichkeit nach NYC zu kommen. Es gibt mehrere Buslinien, wie PeterPan, Bolt oder natürlich der Greyhound Bus. Daneben gibt’s den Chinatown Bus, der von der Chinatown in Boston zur Chinatown in New York City fährt. Teilweise werden jede Stunde Busverbindungen angeboten. Wir nahmen den World Wide Bus, der unter anderem Wireless LAN und Strom an Bord hatte. Das war cool, denn dann konnte man während der etwa vierstündigen Fahrt im Internet surfen. Als wir ankamen, war es fast Mitternacht und es war immer noch Einiges los in der Stadt. Übernachtet haben wir in einem Haus, das Franziskanern gehört. Das sind also Glaubensbrüder, die mein Roomate Aaron schon seit seiner Kindheit kennt. Der Vorsteher des, im Prinzip, Klosters Vater Joseph war früher der Pfarrer in der Gemeinde von Aarons Familie in New Hampshire. Ich muss sagen, das Leben in einem Kloster habe ich mir ein wenig anders vorgestellt. Die Jungs sind eigentlich ganz normale Leute. Die essen die gleichen Sachen und lachen über die gleichen Dinge. Das "Kloster" war auch mehr ein Stadthaus, das eine Kapelle im Erdgeschoss hat. Man muss jedoch dazu sagen, dass das Kloster sich an der Grenze zweier sehr liberaler und teilweise alternativer Stadtteile liegt, nämlich Greenwich Village und SoHo. Justin Timberlake ist kürzlich um die Ecke eingezogen. Am Samstag bin ich dann von dort nach Süden zur Südspitze von Manhattan gelaufen.
Das sind etwa 10 Blocks. Dabei kam ich am Ground Zero vorbei und es ist schon ein komisches und trauriges Gefühl. Das letze Mal war ich auf dem World Trade Center am 10. September 2000. Nun ist es eine riesen Baustelle und der Freedom Tower nimmt schon langsam Konturen an. Nach dem Jahr der Unabhängigkeitserklärung soll der 1776 Fuß, also etwa 541 Meter hoch werden.
Von dort ging's weiter nach Süden, wobei ich einen kleinen Umweg über die Wall Street gemacht habe. Als ich das letzte Mal dort war konnte man noch in die Börse hineingehen und nun ist alles großräumig abgesperrt. Allgemein sieht man überall in der Stadt Sicherheitsbeamte und Polizisten. Schließlich bin ich an der Südspitze angekommen und habe die Staten Island Ferry nach Staten Island (was ne Überraschung) genommen. Das ist ein nicht so geheimer Geheimtipp, was ich daran festmachen konnte, dass sich viele Leute mit ihren Kameras auf dem kleinen Außendeck postierten. Das tolle ist nämlich, das man ganz nah an der Freiheitsstatue und Ellis Island vorbeifährt. Auf der Rückfahrt kann man dann super Fotos von der Skyline von Manhattan schießen. Und das Allerbeste - Schwobaseggel augefpasst - die Fähre ist umsonst. Am Sonntag war das Wetter leider schlecht und es regnete den ganzen Tag. Also sind Aaron und ich ins sehr gut gemachte Museum of Natural History gegangen bevor es mit dem Bus nach Boston zurückging.

Dienstag, 1. März 2011

In a land called Colorado....

Hi Leute, am vergangenen Wochenende hatte ich wieder einmal die Möglichkeit meinen guten Freund Steve und seine Familie um schönen Colorado Springs im Bundesstaat Colorado (wer hätte das gedacht) zu besuchen. Da das fast 3000 Kilometer von Boston entfernt ist und man mit dem Flugzeug so vier bis fünf Stunden unterwegs ist, bin ich schon am Donnerstag gefahren und erst am gestrigen Montag zurückgekommen. Es ging also am Donnerstag morgen von Boston nach Chicago und von dort weiter nach Colorado Springs. Wenn man mit United fliegt, dann kann man den Funk zwischen dem Flugzeug und der Bodenkontrolle während des ganzen Flugs verfolgen. Dazu muss man Kopfhörer einstecken und ein bestimmtes Programm wählen und kann dann zum Beispiel hören, wie der Pilot die Geschwindigkeit oder die Flughöhe verändern soll, je nachdem, was die Ansage der Bodenkontrolle ist. Auf dem etwa zweieinhalbstündigen Flug von Chicago nach Colo Springs, war unser Fluggerät ein Canadair Regional Jet 700, wie ihr ihn auf dem obigen Bild sehen könnt. Beim Einsteigen musste ich den Kopf einziehen und es ist echt gemütlich da drin. 

Nachdem ich in Colo Springs angekommen war, hat mich Steve vom Flughafen abgeholt und wir sind gleich zum Skishop gefahren. Für sage und schreibe 23 Dollar nochwas konnte ich Snowboard und Bindung von Donnerstag bis Montag ausleihen. Das sind etwa 17 Öre für fünf Tage. Kurz wurde leichter gepackt und wir waren unterwegs nach Frisco. Das ist eine kleine Stadt in der Nähe von Breckenridge. Das wiederum ist ein bekannter Skiort, Dummerle. Bis dahin war es etwa eine zweieinhalbstündige Fahrt durch ödes Land; teilweise fährt man 30-40 Minuten bis man wieder auf Zivilisation trifft. Etwa auf halbem Wege kommt man durch eine Stadt, die heute den Namen Fairplay trägt. Früher war sie unter dem Namen South Park City bekannt. Moment mal, das kenne ich doch. Stimmt; die Comicserie South Park hat ihren Namen von diesem Ort. Ansonsten gibt es eine Tankstelle und ein paar Kühe - mit Sicherheit, oder Bisons. 

Für zwei Nächte konnten wir bei einem Freund von Steve übernachten, der in Frisco ein Haus hat. Daneben hat der noch ein Haus in San Diego und eines in Colo Springs und besitzt einige Malls. Geld dürfte vermutlich kein größeres Problem sein. Auf jeden Fall war es großartig. Dort trafen wir dann auf den Besitzer und drei andere Freunde und am Donnerstag Abend war Guys Night Out mit Bier, viel Fluchen, Furz und Feuerstein. Den Schädel gab's umsonst am Freitag morgen. Mit diesen Jungs war das Skifahren bzw. Snowboarden auch eine echte Herausforderung. Sorry Ma, wir sind nicht immer auf der Piste geblieben. Allerdings muss ich dazu sagen, dass die Pisten oft gar nicht vorhanden sind und direkt durch den Wald gehen. Ein Helm empfiehlt sich also, denn die Bäume werden manchmal aggressiv und attackieren einen. Ansonsten war es Powder pur und ich kann mit einiger Sicherheit sagen, dass diese zwei Tage eine der besten Snowboarderfahrungen für mich waren. Am Samstag Abend fuhren wir dann nach Colorado Springs zurück. Zwei Tage im Schnee waren vorbei und ich muss sagen, ich habe schon die Höhe gespürt. An der Bergstation des Lifts ist man immerhin auf 3700 Metern und man muss schon ab und zu  schnaufen, besonders, wenn man wie ich, zurzeit auf Meereshöhe wohnt. Am Montag ging es auf dem gleichen Weg zurück. Zum Abschied grüßte Pikes Peak, wie hier auf dem Bild vom Flughafen gesehen.