Dienstag, 29. November 2011

Thanksgiving

Hi Leute, letzten Donnerstag war hier in den USA Thanksgiving. Und obwohl das kein besonderer Feiertag für uns Deutsche ist, möchte ich die Chance nutzen und mich bei meinen Eltern, meiner Schwester und meinen Freunden für eure Unterstützung zu bedanken. Ich weiß, ich bin weit weg und manchmal fühle ich mich, als hätte ich meine Heimat vergessen. Das ist aber nicht der Fall und ich kann es kaum erwarten bald wieder heim zu kommen. Beim Gedanken an eine Butterbrezel wird mir ganz warm. Aber besonders freue ich mich darauf meine bildhübsche Nichte Emma kennenzulernen, die vor vier Tagen geboren wurde. Bis dann!

Donnerstag, 3. November 2011

Englisches Dorf von 1627
Hi Leute, nach einiger Zeit melde ich mich mal wieder. Mittlerweile ist bei uns längst der Herbst eingezogen. Vor wenigen Tagen hat der Winter schon einmal kurz gezeigt, was bald auf uns wartet. Bei uns waren es nur etwa fünf Zentimeter, aber weiter westlich inland gab es teilweise über einen Fuß Schnee und bei manchen Leuten fehlt heute noch der Strom. Vielleicht habt ihr das ja schon in der Tagesschau gesehen. Ansonsten ist es meistens schönes Herbstwetter. Und an einem solchen schönen Herbstwochenende haben wir uns nach Plymouth, ca. 60 km südlich von Boston gefahren. Dort findet man das Freilichtmuseum Plimoth Plantation. Ja, ich nehme an, es ist gewollt, dass der Name altertümlich klingt. Schliesslich wird man in das Jahr 1627 zurückversetzt. Das Museum ist echt gut gemacht. Es gibt ein englisches Dorf, das einem englischen Dorf aus dem Jahr 1627 nachempfunden wurde, bzw. einer solchen Siedlung, die an dieser Stelle vor fast 400 Jahren stand. Es gibt eine Menge Schauspieler, die nicht nur die damalige Kleidung tragen und in der Weise sprechen, in der die Leute 1627 sprachen. Das was sie sagen reflektiert auch die Denkweise der Leute von damals und man wird darauf in einem kurzen Video hingewiesen. Es könnte also sein, dass die Schauspieler etwas sagen, das wir heute als unangebracht oder politisch unkorrekt ansehen würden. Außerdem gibt es eine kleine Indiandersiedlung, in der nur echte Wampanoag Indianer arbeiten. Diese tragen zwar traditionelle Kostüme, aber sie sprechen in heutigem Englisch. A propos Indianer, bevor man in das Indianerdorf kommt, läuft man an einem Schild vorbei, das einem die Verhaltensregeln erklärt. Besonders, soll man die Leute nicht als Indianer, sondern als native oder endogene Amerikaner ansprechen. Auch soll von Indianergeheul Abstand genommen werden. Ich finde das gut und die Leute sind echt interessant und man hat das Gefühl, das es Ihnen Spaß macht, von ihrem Leben zu erzählen. 
Anschließend sind wir noch in den Hafen von Plymouth ge-fahren, wo man einen Nachbau der Mayflower finden kann. Mit dem Original sind damals die ersten englichen Siedler in die neue Welt gereist. Alles in allem, ist das Museum ein tolles Erlebnis.








Donnerstag, 6. Oktober 2011

If you can make it here.....

Hey Leute, vor drei Wochen war ich erneut in New York. Diesen Kurztrip hatte mir Carla zum Geburtstag geschenkt. Also ging's am Samstag Morgen um halb sieben los und fuhren mit dem Bus zum großen Apfel. Ein paar Impressionen möchte ich mit euch teilen. Wir alle hatten eine großartige Zeit. Wir hatten zwar nur knapp 36 Stunden, aber ich denke, wir haben die Zeit gut genutzt. Ich hoffe, es geht allen gut.







Dienstag, 20. September 2011

Der Herbst steht vor der Tür



Hi Leute, ich hoffe, es geht allen gut. Nach längerem schreibe ich nun einmal wieder aus Boston. Mittlerweile ist mein 31. Geburtstag auch schon vorbei und ich möchte allen für die vielen Grüße und Wünsche per Email, Telefon oder Schneckenpost danken. Seit einer gewissen Zeit bin ich in unserer Familie nicht mehr allein, was das Bloggen angeht und deshalb geht mein Shout-out nach Odense in Dänemark. Viele Grüße Marisara und viel Spaß! Als ich noch kleiner war, wollte ich immer glauben, dass mein Geburtstag im Hochsommer liegt, doch nach 31-jähriger Recherche, muss ich sagen, dass er eher am Anfang des Herbstes liegt. Hier in den USA ist das auch daran erkennbar, dass die Herbstsportart Football im September beginnt. Bald also werden sich die Blätter verfärben und wir können hoffentlich den Indian Summer genießen. Foliage wird das hier genannt und ich bin einmal gespannt, wo ich hinfahren muss, um das richtig zu sehen. Letztes Jahr war hier in Boston nicht besonders viel zu sehen. Und pünktlich, wenige Tage nach meinem Geburtstag, fiel dann die Temperatur deutlich auf zurzeit deutlich unter 10 Grad Celsius nachts. Von einem Tag auf den musste man die Klimaanlage ausschalten und man muss beinahe daran denken, die Heizung einzuschalten. Zum Glück haben wir noch rechtzeitig einen Groupon für einen Surfkurs eingelöst als das Wetter noch warm war. Groupon, das ist eine Wortkreation, die Group, also Gruppe und Coupon, also Gutschein verbindet. Auf dieser Website, die es mittlerweile auch in Deutschland gibt, werden jeden Tag Angebote für alles mögliche gemacht: Restaurants, Beauty Farmen und eben auch Surffkurse. 
Das Prinzip funktioniert folgendermaßen. Wenn eine bestimmte Menge von Menschen, sozusagen die kritische Masse, sich entscheidet, den Groupon zu kaufen, dann gilt das Angebot und man spart typischerweise 50 % oder so. Natürlich, wenn weniger Leute als notwendig, das Angebot wahrnehmen, dann kommt kein Kauf zustande. Schaut doch einmal rein, da gibt's für viele Städte jeden Tag neue Angebote und so auch für Stuttgart (http://www.groupon.de/deals/stuttgart). Jedenfalls sind wir vor kurzem nach Narragansett im kleinsten aller US-Bundesstaaten, Rhode Island gefahren. Dazu mussten wir etwa eineinhalb Stunden nach Süden ans Meer fahren. Nach einer kurzen Theorieeinheit mit Trockenübungen am Strand, ging es dann ins Wasser und es klappte viel besser als gedacht. Ich habe es mehrere Male geschafft auf dem Brett zu stehen. Um eine Verwirrung zu vermeiden, wir reden hier von Wellenreiten und nicht von Wind Surfing. Naja, auf jeden Fall muss ich da nächstes Jahr noch einmal hin. Ich war auch erstaunt wie warm der Atlantik ist, denn da der Golfstrom so weit weg liegt, ist es normalerweise deutlich kälter wie etwa an der französischen Westküste. Offenbar hat das Paddeln und das Adrenalin dafür gesorgt, dass eine Badehose ausgereicht hat. Ansonsten geht es im Labor auch gut voran. Vor zwei Wochen habe ich das erste Paper als Erstautor eingereicht und langsam aber sicher kommen auch immer mehr interessant Ergebnisse bei meinem Hauptprojekt, dass ich aus Stuttgart mitgebracht habe. Dabei geht es um die Erforschung von Komplikationen der Bauchfelldialyse.

Mittwoch, 17. August 2011

Down in the Bayou....

Hi, dieses Mal möchte ich euch von unserem Trip in den Süden berichten. Vor knapp zwei Wochen sind Carla und ich nach New Orleans geflogen. Da unser Flugzeug Verspätung hatte, mussten wir die Nacht in Houston, Texas verbringen, wo Carla zum Glück eine Freundin hatte, bei der wir unterkommen konnten. Als wir aus dem Flughafen traten gegen Mitternacht deutete sich schon an, was mich in den kommenden Tage erwarten würde - Hitze und Schwüle. In Texas ist alles größer, sagt man. Ich habe zwar nicht viel von dem Staat gesehen, aber ich kann das leicht glauben. Im Landeanflug auf Houston sind wir ungelogen 10 Minuten über die Stadt geflogen und ich meine jezze nicht zig Warteschleifen sondern einfach geradeaus über unzählige Häuser. Früh am nächsten Tag, nach etwa viereinhalb Stunden Schlaf, ging es dann mit dem Flugzeug weiter nach Osten nach New Orleans, wo uns Carlas Mutter vom Flughafen abholte.
 Das war am Samstag und wir verbrachten den Tag vornehmlich damit, die lokalen Spezialitäten zu genießen. Es fing an mit Beignets, die sind am ehesten mit Fasnachtsküchlein zu vergleichen und endete mit dem wahrscheinlich grössten Sandwich, dass ich je gegessen habe. Am Abend waren wir dann noch ein wenig feiern im French Quarter. Dort ist vor allem die Bourbon Street mehr berüchtigt als berühmt. Architektonisch ist das französiche Viertel echt toll mit den vielen Balkonen, die damals natürlich dazu dienten, die gottsallmächtige Hitze auszuhalten. Heute hat jedes Haus eine Klimaanlage - zumindest jedes, in dem ich war. Am Sonntag haben wir uns einer Stadtführung angeschlossen, die vom National Park Service von einer Rangerin durchgeführt wurde. Das war echt sehr interessant, dabei ging es vor allem um die Geschichte - von der Kolonialherrschaft der Franzosen und später Spanier und später dem Anschluss an die USA durch den "Louisiana Purchase" während Thomas Jefferson Präsident war.

Natürlich durfte ein Besuch am Ol' Man River, dem Mississippi, nicht fehlen. Dort war die Tour zu Ende. Ich hatte mich erinnert, dass ein James Bond Film, nämlich "Live and let die" unter anderem im Französischen Viertel gedreht wurde. Das ist die Szene mit der Dixieland Beerdigung. 
Leider konnte mir keiner sagen, wo das genau gedreht wurde. Später am Nachmittag haben wir uns dann nach einer etwa 45-minütigen Autofahrt Richtung Westen, auf eine Swamp Tour begeben. 


Da habe ich gelernt, dass ein Swamp eine überfluteter Wald ist. Und was lebt im Swamp? Natürlich Alligatoren und davon gab es eine Menge zu sehen. Über knapp zwei Stunden wurden wir mit unserem Boot durch den Wald gefahren. Als ein Gewitter über uns hinweg zog, suchten wir Schutz in einer schwimmenden Garage. Der Bootsführer fragte alle, woher sie denn kämen und als ich an der Reihe war, erzählte er mir, er hätte eine Weile in Oberndorf am Neckar gelebt. Das mit den Alligatoren war schon sehr beeindruckend. Wie ihr sicher wisst, sind die ganz anders als Krokodile. Laut unserem Guide gibt's Krokodile in den USA nur in Florida während Alligatoren weiter verbreitet sind. 


Am Abend ging's weiter Richtung Westen quer durch Mississippi und Alabama bis zum westlichsten Zipfel von Florida. In der Nähe von Pensacola hatten Carlas Eltern eine Ferienwohnung gemietet. Dort gibt's zwar keine Krokodile, aber Haie werden schon ab und zu einmal gesichtet. Wir sahen jeden Morgen Delfine vorbei schwimmen. Die Luft war sehr heiß und schwül und das Wasser bot mit etwa 28° C keine besondere Abkühlung. Nach drei Tagen am Meer ging es zurück nach New Orleans und schließlich nach Boston.





Freitag, 22. Juli 2011

Eurotrip

Wow, vier Wochen soll das schon her sein, dass ich das letzte Mal etwas geschrieben habe? Muss wohl so sein. Man, die Zeit ist wieder einmal schnell vergangen. Das liegt wohl auch daran, dass ich so viel unternommen habe. Schließlich war ich in der Zwischenzeit zuhause bei Oma, den Eltern, der Schwester plus eineinhalb, Tante, Onkel, Freunde, Hund und Katze. Aber von vorne, dass alle mitkommen. Am 30. Juni sind wir, dass sind ich und meine Freundin Carla, nach Deutschland geflogen. Sie kam über Amsterdam nach Stuttgart, ich über Londinium. Die Zwischen der Ankunft unserer Flugzeuge lagen gerade einmal 30 Minuten. Da deutete sich schon einmal das Glück an, dass wir in den nächsten Tagen haben werden sollten. 

Was macht man, wenn man wieder aus den USA kommt und die ganze Nacht nicht schlafen konnte, da die Sitze im Flugzeug nicht gerade auf Ergonomie, sondern eher auf Ökonomie ausgerichtet sind? Nööööt! Falsch, schlafen klingt zwar gut, aber am besten versucht man sich wach zu halten, um am besten nur so kurz wie möglich in den Genuss den Jetlags zu kommen. Und was macht man mit jemandem, der noch nie im Herzen des Spätzlesparadies war? Bing! Richtig, man geht auf den Fernsehturm, schließlich können wir ja mit Stolz sagen, dass wir den ersten auf der Welt haben, naja, den ersten auf diese Art gebauten Fernsehturm. Das Wetter machte auch mit und wir hatten einen tollen Ausblick und konnten sogar die Burg Hohenzollern sehen und die liegt immerhin 50 km entfernt. Am Tag darauf ging's dann in die Stadt, Mercedes-Benz Museum von außen und Porschemuseum von innen und ein bisschen bummeln in der Innenstadt mit meinen Kollegen Andi und Manu von der Uni. Am Abend gab es dann im Calwer-Eck-Bräu ein Medley der schwäbischen Cuisine mit Maultaschen, Sauerkraut, Zwiebelrostbraten, Läääääberkäääääs, Kässpätzle und einer groben undefinierbaren Wurst, die man wohl mit Meerrettich isst. Ich bin für Namensvorschläge gerne offen. Offenbar hat das Carla nicht abschrecken können, es schien ihr sogar zu schmecken. Worum au net?! 
Am Tag darauf haben die Burg Lichtenstein besucht, um dem Ziel "Ein Schloss pro Tag" näher zu kommen. Ist doch schön bei uns, oder? Nachdem wir Anton und Maren am nächsten Tag vom Flughafen abgeholt hatten, feierten wir einen kleinen "baby shower" für das ungeborene Kind. Das ist eine amerikanische Tradition, bei der dem werdenden Elternpaar Sachen für das Kind geschenkt werden. Wir hatten extra neutrale Sachen gekauft, denn wir wussten noch nicht, was es wird. Nun weiß ich, dass ich.....ha, jetzt hättet ihr mich fast gehabt, aber das zu verraten, ist wirklich die Aufgabe meine Schwester. Am Nachmittag, gestärkt durch Mutters beste Maultaschen, begann dann unser kleiner Mitteleuropatrip. 

Zunächst fuhren wir nach Salzburg, das ging echt gut und das Wetter war auch gut. Dort verbrachten wir die Nacht in einem kleinen Hotel und am nächsten Tag schauten wir uns die Stadt an, die echt beeindruckend ist. Neben der offensichtlichen Abundanz an Sehenswürdig-keiten, schauten wir uns die Stadt auch unter einem cineastischen Hintergrund an, denn dort wurde der Film "Sound of Music" gedreht, den hier in den USA jedes Kind kennt oder zumindest jedes Mädel. Bei uns ist die Geschichte "Die Trapp-Familie" bekannt. In dieser Geschichte weigert sich Kapitaen von Trapp Teil des Naziregimes zu werden und am Ende flieht die ganze Familie ueber die Alpen in die Schweiz. Die Geschichte wurde im Vergleich zum deutschen Original wohl etwas weniger duester dargestellt und als Musical verfilmt. Ein wichtiger Teil der Geschichte ist auch die Gewissensentscheidung der Hauptprotagonistin, Maria, eine Novizin, die sich in Kapitaen von Trapp verliebt und sich fuer Familie statt einem Leben im Kloster entscheidet.








Am Abend ging's dann wieder zurück nach Westen, genauer gesagt nach München, wo wir die Nacht bei Franzi und Georg verbringen durften. Danke noch einmal auf diesem Wege. Den Abend verbrachten traditionell im Biergarten mit einer Mass Bier, Brezeln und Obadza. Ich weiss nicht, ob die Preise traditionell auch so hoch sind...die Saupreisen, die....Das einzige, das fehlte war die Volksmusik, oder "humpa music", wie die Amerikaner sagen. Mir hat es nicht besonders gefehlt. 

Am naechsten Morgen schauten wir uns dann Marienplatz, Frauenkirche und viele viele andere Dinge an. Wir konnten die Fahrräder von Franzi und Georg benutzen und ich muss sagen, dass München eine super Stadt ist, um Fahrrad zu fahren. Wieder hatten wir viel Glück mit dem Wetter, es war beinahe zu warm, um Fahrrad zu fahren. Wir waren zufaellig an dem Tag in Muenchen, an dem die Entscheidung ueber die Vergabe der Olympischen Winterspiele 2018 veroeffentlich wurde. 

Die Entscheidung wurde am Marienplatz live uebertragen und die Muenchner haben sich nicht lumpen lassen und eine riesen Partie gefeiert. Leider wurden dann die Spiele nach Pyeongchang vergeben oder vielleicht auch zum Glueck, so haben das zumindest ein paar Locals kommentiert. Pflichtbewusst, sind wir natuerlich auch zum Hofbraeuhaus gegangen und ich muss sagen, eigentlich ich das ja eine ganze coole Kneipe. Vor der Tuere stand eine Frau im Drindl, die einem 2 Oere fuer ein Foto mit ihr abknoepfen wollte. 
Weiter ging's zum Englischen Garten. Habt ihr gewusst, dass man in Muenchen Wellenreiten gehen kann? Wer das noch nicht gesehen hat, sollte sich das einmal anschauen. Da sind echte Cracks am Start. Gesurft wird Tag und Nacht. Am Abend davor waren wir auch kurz vorbeigelaufen und die Surfer hatten batteriebetriebene Strahler mitgebracht, um etwas sehen zum koennen. Der kleine Nebenfarm der Isar heisst Eisbach und hat diesen Namem wohl auch zurecht. Wobei es so heiss war, dass eine Abkuehlung sicher gut tut.

Am Abend fuhren wir weiter Richtung Süden, über Garmisch nach Österreich und über Reutte wieder nach Deutschland ins Allgäu. Ein Traum sage ich euch. Übernachtet haben wir in einem kleinen Hotel in Schwangau. Dabei ist echt interessant, dass die meistens Hotels dort einen "Wellness"-Bereich haben. 
Am nächsten Tag, ihr könnt es euch schon denken, besuchten wir Hohenschwangau und Neuschwanstein auf den Spuren des durchgeknallten König Ludwig II. von Bayern. Man kann viel sagen, aber das ist doch schon imposant. Für das alpine Gschmäckle ging's dann durch die Pöllatschlucht talwärts, die Marienbrücke im Rücken. Schee! Später, nach einer Brotzeit am Forggensee, fuhren wir dann weiter gen Westen Richtung schwäbisches Meer. 
Auf dem Weg nach Konstanz haben wir es geschafft durch vier Länder zu fahren (D, A, FL und CH), wobei der Umweg über Liechtenstein geplant war. Am Abend fanden wir in Michels Wohnung ein Bett. Auch hier ein ganz dickes Dankeschön. Am darauffolgenden Tag schauten wir uns noch Konstanz an und Michel zeigte uns die 1100 Jahre St. Georgs-Kirche auf Reichenau. Nach einem Besuch auf der Blumeninsel Mainau und über Birnau fuhren wir dann nach Stuttgart zurück. Das war eine echt tolle kleine Reise und zur Belohnung gab es am Tag darauf dann Paella mit der ganzen großen Familie und Weingläsern, die an Füllhörner erinnerten. Leider ging dann schon bald unser kleines süddeutsches Abenteuer zu Ende.

Mittwoch, 22. Juni 2011

Whale watching

Bevor ich das vergesse, muss ich unbedingt noch etwas loswerden. Und zwar waren wir am vergangenen Samstag Whale Watchen. Boo, das klingt ja schröcklich auf deutsch. Naja, wie auch immer. Wir sind also mit meinen Eltern nach Gloucester gefahren. Das wird "Gloster" gesprochen und davon habe ich im letzen Sommer oder Herbst schon einmal erzählt, denn es liegt am schönen Cape Ann, etwa 50 Kilometer nördlich von Boston. Es waren Schauer und Gewitter angesagt, doch stattdessen schien die Sonne die ganze Zeit und leider habe ich mir ein wenig die Pelle verbrannt. 

Nachmittags sind wir dann auf das Boot gestiegen, auf dem etwa ein hundert Leute Platz haben, und sind auf das offene Meer gefahren, als wir nach einer guten Stunde etwa 12 Meilen vom Land entfernt waren, wurden plötzlich die Motoren gedrosselt und wir sahen in der Ferne den ersten Wal blasen. Vor der Küste von Maine und Massachusetts sind mehrere Plateaus, auf denen Mikroorganismen, sogenannter Phytoplankton, vermehrt vorkommen. Der wird von den Fischen gefressen und weil es deshalb so viele davon gibt, kommen die Wale. 

Das sind schon echt mächtige Tiere und wir verbrachten die nächste Stunde damit von einem Wal zum nächsten zu fahren, die nennen das Wal Ping-Pong. Es war echt sehr gut, denn an Bord waren auch Leute von einer Naturschutzorganisation, die uns viel von den Walen erzählen konnten. So konnten die auch den Buckelwal, den wir am meisten beobachteten anhand seiner Heckflosse identifizieren. A propos identifizieren, einer der Wale erledigte sich seiner Exkremente und da sagte der Guide, dass er anhand des Kots erkennen konnte, dass der Wal in der letzten Zeit vor allem Makrelen und Heringe gegessen hatte. Insgesamt sahen wir drei Walarten, Buckelwal, Finnwal und Minkewal und am Ende eine ganze Delphin Familie. Insgesamt war es eine super Erlebnis. Nach drei Stunden kamen wir in den Hafen zurück und genossen unser Dinner. Allerdings werde ich euch nichts von meinen Exkrementen erzählen.